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Beschreibung

der ISCB-Initiative
`www. Inklusiv – Internet für alle!`


Entstehung der Initiative

Im Rahmen der Bekanntmachung
`Senioren-Technik-Botschafter – Wissensvermittlung von älteren für ältere zu neuen Informations- und Kommunikationstechnologien `
hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Bonn Anfang diesen Jahres Fördermittel für gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Deutschland bereit gestellt, die Senioren-Projekte mit innovativen Ideen durchführen wollen.

Da die ISCB schon lange ihre Aktivitäten in der Senioren-Arbeit verstärken wollte, hat sie dieses Angebot genutzt und im März 2013 ihre Initiative
`www-inklusiv – Internet für alle!`
entwickelt. Diese Initiative hat zusammen mit 17 anderen Projekten unter insgesamt 88 Einsendungen im Juni 2013 den Zuschlag erhalten.

Ende September 2013 liegt der ISCB nun auch der schriftliche Zuwendungsbescheid des Bundesbildungsministeriums über Fördermittel in Höhe von knapp 20.000 Euro vor, so dass das Projekt wie geplant am 1. Oktober 2013 starten kann.

Ausgangslage

Die Initiative `www-inklusiv – Internet für alle!` wendet sich der Verbesserung der Lebensqualität sehgeschädigter Seniorinnen und Senioren zu. Sie ist darauf ausgelegt,

Die großen Vorteile einer effektiven Nutzung des Internets gerade für Seniorinnen und Senioren ist unbestritten und bedarf hier keiner weiteren Erläuterung. Bei einer näheren Betrachtung des Themenfeldes `Senioren und Internet` zeigt sich jedoch eine besondere Relevanz der Teilgruppe der Senioren, die an Sehbeeinträchtigungen leiden. Mehr als 2 Millionen Senioren in Deutschland sind von altersspezifischer Makuladegeneration betroffen. Durch die bis zur Blindheit reichende Beeinträchtigung verstärken sich gerade diejenigen Defizite, die durch eine effektive Nutzung des Internets kompensiert oder in ihren Folgen zumindest deutlich vermindert werden können. Sehgeschädigte Seniorinnen und Senioren sind oft weit über das allgemein altersspezifische Maß hinaus in ihrer Mobilität eingeschränkt. Gleichzeitig werden sie von ihrer Behinderung davon abgehalten, Medien zu nutzen, die den Folgen des Mobilitätsverlustes entgegen wirken. Zeitung lesen, postalische Korrespondenz, sogar Fernsehen können schwierig oder unmöglich werden.

Das Internet erscheint hier wie ein idealer Ausweg. Wer das Internet zu nutzen weiß, erhält alle verfügbaren Informationen in akustischer Form, ohne den engsten Lebensraum verlassen zu müssen, und kann eine Vielzahl praktischer Lebenshilfen nutzen.

Die Erfahrung zeigt, dass blinde und sehbehinderte Senioren, die gezielt unter Beachtung geragogischer Grundsätze an die Nutzung des Internets herangeführt wurden, dieses weitaus intensiver nutzen als Senioren ohne Sehbehinderung. Eine Umfrage des Blinden- und Sehbehindertenvereins Westfalen e.V. im Rahmen des Projektes `Wir sehen weiter` ergab, dass die Anzahl sehbehinderter und blinder Internet-Nutzer in der Altersgruppe der über 60jährigen im Vergleich zur Zahl aller Nutzer in dieser Altersgruppe überproportional hoch ist. Sehgeschädigte User in dieser Altersgruppe empfinden die Nutzung als sehr wichtig.

Bei der Heranführung sehbehinderter Senioren ans Internet haben sich bislang allerdings gerade die Faktoren, die die Nutzung so sinnvoll erscheinen lassen, als besonders hinderlich erwiesen. Die sehr eingeschränkte Mobilität der sehgeschädigten Senioren erschwert die Teilnahme an Schulungsangeboten, die geringe Verfügbarkeit von Informationen macht die motivierende Ansprache schwierig.

Aufbau der Initiative

Die ISCB-Initiative `www-inklusiv - Internet für alle!` begegnet diesen Problemstellungen, indem sie Seniorinnen und Senioren, die bereits über ein solides Wissen in der Nutzung des Internets verfügen, in kurzen, zentralen Workshops zu ehrenamtlichen so genannten Senioren-Technik-Botschaftern ausbildet. Diese Botschafter können betroffenen Senioren die erforderlichen Inhalte dann dezentral im Lebensumfeld der Interessenten vermitteln. Ein solches Vorgehen weißt erhebliche Vorteile auf:

Besondere Schwerpunkte bei der Wissensvermittlung

  1. Schulung der Senioren-Technik-Botschafter Die ständig durchgeführten Schulungsmaßnahmen der ISCB richten sich selbstverständlich auch an Senioren. Sie werden von erfahrenen Fachdozenten geleitet, die teilweise selbst im Seniorenalter sind.

    Für die Initiative werden nur sehgeschädigte Seniorinnen und Senioren als künftige Senioren-Technik-Botschafter akquiriert. Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass alle Botschafter später sowohl im Bezug auf ihre Behinderung als auch im Bezug auf ihr Alter über die Betroffenen-Kompetenz verfügen, die erforderlich ist, um die gewünschte Glaubwürdigkeit zu schaffen und Berührungsängste abzubauen.

    Die im Bereich der Seniorenbildung in den letzten 25 Jahren gewonnene Kompetenz verstärkt die ISCB bei ihrer Initiative durch eine Projektgebundene Zusammenarbeit mit dem Aura-Zentrum Bad Meinberg bei der Schulung der Senioren-Technik-Botschafter.
  2. Wissens-Transfer an die Senioren
    Der Wissens-Transfer an die Senioren erfolgt in der zweiten Projektphase im unmittelbaren Lebensumfeld der Senioren. Entsprechend ihrer individuellen Ausrichtung gehen die Senioren-Technik-Botschafter dort auf die Senioren zu, wo eventuelle Hemmschwellen besonders niedrig sind, also dort, wo sie bereits ihnen vertraute Räume und Kurs-Partner vorfinden. Die angesprochenen Seniorinnen und Senioren müssen sich also nicht auch noch zusätzlich zu den Inhalten der Internet-Schulung auf ungewohnte Wege, unbekannte Orte oder neue Bezugspersonen einlassen.

    Schulungen können in Senioren-Wohneinrichtungen, in den Tagungsräumen von AMD-Kreisen, in Beratungsstellen von Senioren- oder Sehbehinderten-Organisationen, aber auch in privaten Räumen der Senioren-Technik-Botschafter oder einzelner Teilnehmer, in Gemeindezentren, in Vereinshäusern oder in geeigneten Nebenzimmern von Cafés und Gaststätten stattfinden. Vermittelt wird das Wissen in einer Mischung aus erläuterndem Vortrag, Erfahrungsaustausch und vor allem gemeinsamen praktischen übungen.

    Die Schulungen sind grundsätzlich auf eine gewisse Dauer angelegt. Allerdings gilt auch hier das Prinzip der flexiblen Anpassung der Durchführung an die Bedürfnisse der Teilnehmer jeder einzelnen Schulung. Für jede Schulung wird Ein Basisinhalt als Mindeststandard festgelegt, beispielsweise Finden und Aufrufen von Internet-Seiten, herunterladen von Informationen, Speichern von Favoriten, empfangen und versenden von E-Mails mit und ohne Anhängen oder das erstellen und nutzen von Adress-Verzeichnissen oder Kalendern. Dieser allgemeine Inhalt wird möglichst durch spezifische regionale Inhalte konkretisiert, beispielsweise das Anlegen von Favoriten mit den relevanten Service- und Informations-Seiten der örtlichen Stadt-/Gemeindeverwaltungen und Seniorenbüros, mit wichtigen lokalen Kulturbetrieben oder mit Anbietern zielgruppenspezifischer Produkte und Dienstleistungen, und durch individuelle Inhalte ergänzt, beispielsweise das Erstellen eines ersten persönlichen E-Mail-Verteilers mit allen Kursteilnehmern.

    Ein wichtiges Prinzip des Wissens-Transfers ist neben der Senkung der Berührungsängste durch die Verlagerung der Schulungen in ein vertrautes Umfeld auch der spezifische Zuschnitt der Wissensvermittlung auf die konkrete Teilnehmergruppe. Die Gruppe entscheidet mit Unterstützung der Senioren-Technik-Botschafter selbst über die Ziele, die Inhalte, den Umfang, die Geschwindigkeit und die Rahmenbedingungen der Schulung. Auch die weitere Begleitung von Teilnehmern nach der Schulungsphase, beispielsweise in Form von Hilfe bei der Auswahl, der Anschaffung und der Einrichtung eigener Hardware oder durch die Einrichtung eines nutzbaren Internet-Zugangs, kann ganz unmittelbar und individuell an die Bedürfnisse der Teilnehmer angepasst werden.

    Die Teilnehmer können bestenfalls sogar animiert werden, sich nach der Schulung selbst in den Prozess einzubringen und ihrerseits befreundete Senioren zu schulen oder an Schulungen heran zu führen. Aus Schulungsgruppen können User-Kreise entstehen, die sich gegenseitig unterstützen und Angebote vor Ort weiter führen können, beispielsweise Chats oder regelmäßige Internet-Café-Treffen durchführen.

Praktischer Schulungs-Ablauf

Die Workshops in der ersten Phase der Initiative stellen im Grunde nur eine Vorbereitungsmaßnahme für die breit angelegte Multiplikationsarbeit dar. Die von den Botschaftern später durchzuführenden Maßnahmen sind von hoher Individualität geprägt und werden sich entsprechend der konkreten Teilnehmer, der äußeren Gegebenheiten und der Zielsetzung im Einzelfall deutlich voneinander unterscheiden. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie sich an sehgeschädigte Seniorinnen und Senioren richten, die an das Thema Internet herangeführt werden sollen und wollen. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Senioren bereits zu Beginn einer Maßnahme über die erforderliche Hard- und Software verfügen, um praktische übungen durchführen zu können.

Damit die Botschafter überhaupt eine Maßnahme durchführen können, benötigen sie deshalb neben ihrer Schulung auch eine technische Grundausstattung, die den Teilnehmern am jeweiligen Schulungsort das praktische Arbeiten im Internet ermöglicht. Zur Umsetzung der eigentlichen Kernphase des Projektes ist also die Bereitstellung von mobilen barrierefreien Computer-Arbeitsplätzen erforderlich.

Als langjä:hriger Erfahrungswert hat sich in den bisher von der ISCB durchgefürten Schulungen eine Teilnehmerzahl von maximal acht sehbeeinträtigten Personen erwiesen. Daher werden acht Booksize-PCs beschafft, die mit einem großen Bildschirm für Menschen mit einer Sehbehinderung ausgestattet sind und auf denen die für die barrierefreie Nutzung erforderliche Software verfügbar ist. Es wird kostenlose Software mit Open Surce-Lizenzen verwendet, unter anderem der Screen Reader `NVDA` und das Vergrößerungs-Programm `Desktop Zoom`. Es ist davon auszugehen, dass die Senioren für den späteren dauerhaften Gebrauch auf ihren eigenen Geräten ebenfalls eine kostengünstige Lösung bevorzugen werden, die zudem auch noch langwierige Verhandlungen mit den Augenärzten und den Krankenkassen wegen einer Kostenübernahme überflüssig machen.

Die ISCB setzt diese mobilen Arbeitsplätze aber auch schon bei den Botschafter-Workshops ein, damit die Botschafter auf den gleichen Geräten geschult werden, die sie später in ihren eigenen Kursen verwenden.

Nach Durchführung der Workshops werden die Arbeitsplätze den geschulten Botschaftern kostenlos zur Verfügung gestellt, damit sie diese im Rahmen der von ihnen konzipierten Maßnahmen vor Ort verwenden können. Lediglich die Transportkosten müssen als Kostenfaktor bei der Kalkulation der Maßnahmen berücksichtigt werden.

Denkbar ist darüber hinaus auch ein kleiner Beitrag für die Nutzung der Arbeitsplätze, den die Teilnehmer der Multiplikationsmaßnahmen entrichten und der zur Bildung einer Rücklage für die Wiederbeschaffung defekter Geräte genutzt wird. Die Beschaffungskosten der Computer-Arbeitsplätze werden aus den Fördermitteln des Bundesbildungsministeriums bestritten.

Die Schulung der Senioren-Technik-Botschafter

Die Schulung der Botschafter findet zentral im Aura-Zentrum Bad Meinberg statt. Dies erscheint sinnvoll, da die Teilnehmer über das gesamte Bundesgebiet verteilt leben und deshalb auf jeden Fall reisen müssen. Zudem wird durch die zentrale Ausrichtung der Workshops die Organisation des gesamten Projekts wesentlich erleichtert. Je nach Bedarfslage der Teilnehmer finden insgesamt fünf Workshops an drei aufeinander folgenden Wochentagen oder an einem Wochenende statt. Jeder potentielle Botschafter nimmt nur an einem dieser Workshops teil.

Die Kosten für die An- und Abreise sowie für zwei Übernachtungen werden ebenfalls aus den Fördermitteln finanziert.

Praktische Organisation der Wissensvermittlung vor Ort

Die geschulten Senioren-Technik-Botschafter planen die individuelle Umsetzung der Wissensvermittlung entsprechend den konkreten Gegebenheiten vor Ort. Sie erstellen unter anderem mit Hilfe der örtlichen Gliederungen des DBSV eine Liste der potentiellen Teilnehmer(-Gruppen) und ermitteln die jeweiligen Bedarfe für die Durchführung der einzelnen Schulungen. Insbesondere stellen sie die Verfügbarkeit eines Raumes zur Durchführung der Schulungen sowie der ausreichenden Anzahl von PC-Arbeitsplätzen für Schulungs- und übungszwecke sicher.

Sie passen ihre Durchführungskonzepte, insbesondere die maximale Größe der Schulungsgruppe, den erreichbaren Rahmenbedingungen an und beziehen auch die Frage in ihre Planung mit ein, welche Unterstützung die Teilnehmer nach Abschluss der Wissensvermittlung benötigen könnten.

Sie bemühen sich um Strukturen, die helfen, die entstehenden Bedarfe zu decken, beispielsweise durch Einbeziehung freiwilliger Helfer in einem Wohnheim oder durch die besondere Förderung eines Schulungsteilnehmers, der später eine unterstützende Funktion für andere Teilnehmer ausüben kann. Auch hier kann eine enge Kooperation mit dem DBSV erfolgen.

Darüber hinaus erstellen die Senioren-Technik-Botschafter , falls erforderlich, einfache Informationsmedien wie Plakate oder Handzettel in Großschrift. Sie können auch vorhandene Medien wie Gemeindebriefe, Stadtteil- oder Tageszeitungen nutzen. Sie können aber auch an geeigneten Orten wie Seniorengruppen, Wohnheime oder Beratungsstellen persönlich in Form von Gesprächen oder Kurzvorträgen über das Angebot einer Schulung informieren. Dabei sollten sie einen ersten Einblick in die Kurs-Inhalte geben und die potentiellen Teilnehmer durch eine klare Darstellung der Vorteile für sie Motivieren.

Durchführung der Schulungen vor Ort

Die Durchführung der Schulungen erfolgt entsprechend der für jede Einzelschulung konkretisierten individuellen Konzepte, die die von den Senioren-Technik-Botschaftern angebotenen Basisinhalte und ggf. die von der jeweiligen Gruppe gewünschten Zusatzstoff enthalten. Zu Beginn jeder Schulung klärt der Botschafter deshalb mit den Teilnehmern ab, welche Inhalte sie behandeln möchten und mit welcher Intensität die Schulung erfolgen soll. Die dabei erarbeiteten Kursziele werden dann im Laufe der Schulung immer wieder hinterfragt und gegebenenfalls angepasst. Soweit möglich, bietet der Senioren-Technik-Botschafter zusätzliche übungs- und Wiederholungsstunden an oder integriert diese in die regulären Treffen der Gruppe.

Nach ihrer Schulung und auch nach Ablauf des Förderzeitraums werden die Senioren-Technik-Botschafter dauerhaft von der ISCB unterstützt, beispielsweise mit der Hotline. Kosten werden dafür nicht in Rechnung gestellt.

Wenn Botschafter lieber zentrale Kurse durchführen wollen, stellt das Aura-Zentrum dauerhaft nach Verfügbarkeit jederzeit einen Raum zur Verfügung. Darüber hinaus ist auch die Installation der mobilen Arbeitsplätze und die erforderliche Peripherie, etwa die Internet-Nutzung, kostenlos.

Auch die Disponie der mobilen Arbeitsplätze erfolgt - bis auf die Transportkosten - dauerhaft kostenlos durch das Aura-Zentrum.


Sind Sie neugierig geworden?
Können auch Sie sich vorstellen, Senioren-Technik-Botschafterin oder -Botschafter zu werden?
Wenn ja, melden Sie sich einfach beim zweiten Vorsitzenden Ulrich hanke:
Telefon: 04131-157095,
E-Mail: 2.vorsitzender@iscb.de


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